Erste Etappe
Erste Etappe von Kopenhagen nach Saßnitz (Rügen)
88 Seemeilen vom 20.07.2007 bis 21.07.2007
Mehr ging nicht! Bei leichten und meist achterlichen Winden, so wir es erhofft hatten, haben wir im Feld der 26 teilnehmenden Yachten mit unserer Hanse 430 ordentlich abgeräumt. Wir holen uns bei der Preisverteilung in Saßnitz die Trophäe für die schnellste Yacht im Ziel (First Ship Home), die Preise für den Sieg über Alles und den Sieg in der Klasse A der großen Yachten ab. Zusätzlich weht am Vorstag der „Frühstücksdirektor“ auch die gelbe Flagge der führenden Yacht in der Gesamtwertung, die es jetzt auf den nachfolgenden vier Etappen zu verteidigen gilt.
Es war kein leichtes Rennen, weil der Wind in Richtung nach Südschweden (Falsterbo) sehr unstet blies. Zweimal rückt das gesamte Feld mit von achtern aufkommender frischer Briese wieder zusammen. Immer wieder müssen wir uns mit Segelwechseln und aufmerksamem Trimm in die vordere Gruppe zurückkämpfen. Sehr schnell stellen sich als direkte Konkurrenten die „Gunvor“ (X-46), „Emil Reiseschwein“ (X 442) und die „Philomena“ (Grand Soleil 46.3) heraus. Alle Schiffe haben ähnliche Rennwerte.
Erst in der Nacht dann können wir uns auf einem Amwindkurs mit um die 12 Knoten Wind aus Ost vom Hauptfeld absetzen, und kurz vor dem Ziel überholen wir noch direkt unterm Steilufer Rügens die letzten zwei vorn verbliebenen großen Yachten mit einem gelungenen Spinnakermanöver. Um sechs Uhr morgens laufen wir als erste Yacht mit 1,5 Minuten Vorsprung vor der „Gunvor“ (X-46) und „XXL“ (Sunfast 52) über die Ziellinie. Geschlafen haben wir während des Rennens nicht, gegessen wenig, aber müde sind wir nach dieser Regatta trotzdem nicht. Die erste Wettfahrt mit einem unbekannten Boot ist eben doch immer wieder aufregend. Die Hanse 430 hat sich hervorragend geschlagen und uns auf keinem Kurs enttäuscht.
Wir segeln nur zu sechst an Bord und sind damit nicht gerade überbesetzt. Aber wir haben im Vorwege das Decklayout mit zwei Extra-Winden für die Genuas und ein paar zusätzlichen Streckern für die Gennaker so optimiert, dass man auch als kleine Crew gute Regattamanöver machen kann.
Eigentlich ist die Hanse 430 ein Standardschiff. Sie wurde von Sonderausrüstung befreit und mit etwas größeren Segeln bestückt. Die Genuas sind ein bisschen größer, weil wir die Rollanlage und auch die Schiene der Selbstwendeanlage nicht einsetzen. Das Großsegel wurde im Unterliek verlängert. Für Raumkurse haben wir drei Gennaker an Bord. Der Vorwinder und der leichte Allrounder werden an einem Toppfall gesetzt, dazu gibt es noch einen kleineren flachen Gennaker, der knapp über dem Vorstag gesetzt wird. Ein flaches Segel, das nicht unwesentlich zum erste Sieg der „Frühstücksdirektor“ beigetragen hat.
Die Vorbereitung des Schiffes mit der Baunummer 1 wurde anders als geplant noch knapp. Noch vor zwei Wochen fehlten die Segel und die notwendige Sicherheitsausrüstung. Erst eine Woche vor der Regatta konnten wir die Segel ausprobieren und prüfen, ob die Umbauten und der leicht veränderte Segelplan passen.
Mit dem ersten Regattaergebnis sind wir natürlich sehr zufrieden, die Werft ist es auch - schließlich liegt Saßnitz nur einen Steinwurf vom Hanse-Standort in Greifswald entfernt. Ein Heimsieg also!
Betrübliche Nachrichten dann am Morgen des 22. Juli. Die Wettfahrtleitung präsentierte das Wetter für die 200-Seemeilen-Etappe nach Danzig.
Es werden 60 Knoten Wind aus Westen für die Nacht erwartet – der Start ist deshalb auf den 23. Juli morgens um 10 Uhr verschoben. Den Hafentag können wir nicht genießen – es regnet. Für die kommenden Tage soll es dann abnehmen.
Wir melden uns aus Danzig wieder, hoffentlich mit guten Nachrichten.
Die Crew der „Frühstücksdirektor“:
Jörn Bock, Ralph Moser, Nico Jeschonneck, Jörn Diercks, Timo Jakobs und der Bootkapitän und Bordchef Jan Dabelstein



