Dritte Etappe

Dritte Etappe von Gdansk (Polen) nach Klaipeda (Litauen)
113 Seemeilen vom 26.07.2007 bis 27.07.2007

„Frühstücks Direktor“ baut die Führung aus

Der Beginn der Etappe 3 von Danzig nach Klaipeda war ein Stück stressige und harte Arbeit. Wettfahrtleiter Alan Green hatte vor den 118-Seemeilen-Kurs eine kurze Startkreuz und ein kleines Raumschotstück gesetzt. Drei Minuten vor dem Startschuss brach jedoch der Westwind zusammen und kam dann aus Nordost bis Ost zurück.

So wurde aus einem Kreuzstart ein Chaos mit Wegerechtsproblemen an allen Ecken.

Mit etwas Glück und dem großen A1-Leichtwindgennaker wuselten wir den „Frühstücks Direktor“ durch die Flotte, wechselten alsbald auf die leichte Genua und erreichten das Luvfass als erstes Schiff. Das Manöverchaos brachte uns an den Rand unserer Möglichkeiten, denn zu sechst sind wir auf einem 43-Fuß-Schiff nicht gerade üppig besetzt.

Für den anschließenden zwei Seemeilen langen Raumkurs setzten wir dann unsere Wundertüte, den kleinen, sehr flachen A 3 Gennaker, der eigentlich für mehr Wind gebaut wurde. Aber wie wir herausgefunden haben, ist der A 3 ein ideales Segel für Kurse um die 100 bis 115° Grad wahrem Windeinfallswinkel bei leichten Briesen.

Mit gut 100 Meter Vorsprung rundeten wir Marke Nummer 2 und begannen eine Kreuz aus der Danziger Bucht hinaus. Bei etwa 15 Knoten Wind segelten wir die Jib 1 light/medium, die bei leicht kabbeliger Welle mehr Power entwickelt als die Heavy-Jib.

Erst nach 40 Seemeilen, wir hatten längst wieder den A 3 Gennaker gesetzt und später gegen den großen A 1 ausgetauscht, weil der Wind wie prognostiziert auf Süd drehte, verloren wir die Führung an eine X 61. Kurz nach Runden des imaginären Point Alpha gut 60 Seemeilen vor dem Ziel, passierte uns als zweites Schiff die große „XXL“, eine Sun Fast 52.

Auf einem Kurs mit 130° Windeinfall und maximal 16 knoten Wind mögen wir vielleicht dem leichten A 1 Gennaker bisweilen an seine Grenzen gebracht haben, aber er hielt und wir erreichten morgens um sieben Uhr die Ziellinie vor Klaipeda als dritte Yacht.

Das Ergebnis: erneut je ein Sieg in der Klassen- und Gesamtwertung. Die sind sicherlich neben den hervorragenden Raumeigenschaften der „Frühstücks Direktor“ und guter Geschwindigkeit auch Amwind, auch der Überzeugungskunst von Jens Christensen von North Sails zu verdanken. Der hatte uns vom Einsatz eines Code 0 Segels abgeraten und den kleinen A 3 Gennaker empfohlen. Der Raumschot-Segelplan der „Frühstücks Direktor“ ist für die leichten bis mittleren Windbedingungen mit 2 Topgennakern und dem kleinem A 3 perfekt, wie wir glauben.

Besonders freuen wir uns über die Ergebnisse der „Schüddelfrost“ von Friedrich Böhnert, eine Hanse 371. Sie wird in dieser Etappe zweite über Alles und gewinnt in der Klasse B.

So liegen jetzt in beiden Klassen Hanse Yachten in Führung und in der Gesamtwertung heißt das Ergebnis: Hanse 430e vor Hanse 371. Dritte ist eine Comfortina 42.

Morgen, am 29. Juli, verlässt der „Frühstücks Direktor“ diese schöne Stadt mit Kurs Ost in Richtung Lettland. Wir melden uns aus Ventspils wieder.

Die Crew der „Frühstücksdirektor“:
Jörn Bock, Ralph Moser, Nico Jeschonneck, Jörn Diercks, Timo Jakobs und der Bootkapitän und Bordchef Jan Dabelstein


Der Segelplan der „Frühstücks Direktor“:
I  -  18.00 Meter
J  -  5,03 Meter
P  -  17,85 Meter
E  -  6.15 Meter

Segel:
Jib 1 light/medium; Jib 1 medium/heavy; jib 3.5 heavy; alle 3 DL
Top-Gennaker A 1(0.5 oz) und A4 (0.75 oz), 7/8el Gennaker A 3 (0.75 oz)
Großsegel 1 Reff 3 DL